| Zum Abschied von Markus Hepp |
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| Samstag, den 28. Januar 2012 um 10:36 Uhr |
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Meine sehr verehrten Damen und Herren, "wer Garching kennt und sich verdrückt - ..? der ist - nicht zwangsläufig - verrückt, aber: ...der muss schon etwas sehr viel (!) besseres gefunden haben. Als deine Kollegin, als Ortspfarrerin von Garching kann ich mir das gar nicht recht vorstellen. Wo es doch in Garching so schön ist. Du schaust auf eine kurze Amtszeit zurück, auf eine Amtszeit in einer schwierigen Position; von den Herausforderungen, vielleicht sogar von den Tücken der Rahmenbedingungen hab ich von dir wenig gehört. Was ich von deiner Arbeit gehört, gesehen, gelesen und miterlebt habe, hat mich oft schwer beeindruckt. Ich habe Gottesdienste mitgefeiert, die du vorbereitet und geleitet hast. Du benutzt kein Manuskript; in der Sakristei hab ich manchmal Zettel gefunden mit wirren Notizen in deiner Handschrift, da hab ich manches Stichwort wiedererkannt, aber das hatte für mich nichts zu tun mit deinem Vortrag in lebendiger, geschliffener Sprache mit theologischem Tiefgang und sprachlicher Brillianz. Der Mann kann singen. Psalmen und Abendmahlsliturgie von einer geschulten Männerstimme vorgetragen - nach fünf Jahren hauptsächlich Frowein in Laudate kam mancher möglicherweise allein schon deshalb und hat sein Gottesdiensterlebnis garantiert genossen. Du hast auch andere Veranstaltungen - Gruppen, Kreise - mit deiner Teilnahme beehrt, neben mancher KV-Sitzung ist mir vor allem ein Abend im ökumenischen Arbeitskreis in Erinnerung; du hast einerseits anspruchsvoll, um nicht zu sagen: hochkarätig referiert, aber genauso die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitreden, mitdenken, mitarbeiten lassen; wir waren keine Zuhörer, kein Publikum, sondern Partner in einem überaus angeregten, lebhaften Gespräch, ein erwachsenenbildnerischer Kunstgriff des Referenten und Moderatoren. Kein Abend in dieser Runde vorher und nachher hat mir so viel Spaß gemacht wie der mit dir. Du hast eine ganze KV-Klausurtagung in der Langau inhaltlich gestaltet, uns mitgenommen auf die theologischen Höhenflüge deiner akademischen Arbeit zum Kirchenverständnis; wir waren einmal ganz mit Leib und Seele Kirchenvorstand einer Universitätsstadt. Und wenn Frau Malek wieder etwas gelitten hat, dass die Frowein wieder nur Kirchenthemen oder - noch schlimmer? - biblische Themen in die Stadtbibliothek einbringen kann, dann hast du dich zur Verfügung gestellt mit profunden Kenntnissen der Kriminalliteratur und Spaß am Debattieren und Diskutieren; du scheust Auseinandersetzungen nicht. Deine ausdrückliche Anerkennung hast du mir da ausgesprochen, wo ich mich Widerständen gestellt habe. Du hast mir einmal sogar geschrieben, ich zitiere: "Und völlig ernsthaft finde ich, man kann und soll eben auch von einem neuen Stil sprechen, der notgedrungen nicht alles weglächelt, sondern Konflikte eben auch Entscheidungen zuführt, seien diese auch zuweilen schmerzlich oder in der Gemeindeöffentlichkeit schwer kommunizierbar." (Zitatende.) Mit dieser Haltung, aber auch einer gewissen Hartnäckigkeit stehst du für das ein, was dir richtig und wichtig erscheint; das scheint deine Position im Kuratorium der Garchinger Gespräche bestimmt zu haben; wenn du mir davon erzählt hast, hab ich mir vorgestellt, deine Gesprächspartner könnten dich vielleicht manchmal durchaus anstrengend finden, und ich habe den Eindruck, das hat dich nie gestört. Von Pfarrer Windolf darf ich übrigens herzlich grüßen, er hat dir seine Grüße zum Abschied, wenn ich es richtig weiß, in einigen persönlichen Zeilen selbst ausgesprochen. Du hast in Garching auch schwere Tage erlebt. Einmal hat das Redaktionsteam vom Miteinander, dem ökumenischen Gemeindebrief, einen Beitrag von dir abgelehnt. So empört kannte ich dich gar nicht. Immer mal wieder gabs Diskussionen ums Geld: Wer führt welchen Haushalt? Müssen es Hochglanzplakate und farbige Handzettel sein? Wer zahlt die Bewirtung im Garchinger Bürgerhaus? In SZ online lese ich von deiner Diagnose zu den Leiden der Garchinger Studenten. Die Lage scheint mir sehr ernst. Aber du hast dich der Lage gestellt, gerne mit einem Scherz auf den Lippen, gerne mit einer rosa Krawatte um den Hals und - zumindest dem äußeren - Anschein von Unermüdlichkeit. Markus, ich lasse dich nicht gerne gehen. Aber wenn du schon gehst, dann nicht ohne Erinnerung an einige der vielen Schönheiten Garchings; ich denke da nicht an mich, sondern an die Laudatekirche, und damit du dir in Zukunft nicht den eigenen Haushalt erstreiten musst, ein paar Mäuse für die neuen Herausforderungen an der Seite von Frau Breit-Kessler im Büro der Regionalbischöfin. Gott behüte dich. |